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Maximilianstraße: Münchens stolzer Boulevard

Die Nummer eins in Deutschland. Oder?

Prächtige, luxuriöse Meilen gibt es viele, aber nur eine Maximilianstraße. Sie ist die Herzschlagader der bayerischen Hauptstadt. Schon das Laufen ist hier ein exklusives Vergnügen – vom Kaufen ganz zu schweigen. Wir behaupten: Die Maximilianstraße ist die Nummer eins in Deutschland. Ist jemand anderer Meinung?

Beinahe jede Metropole auf der Welt hat mindestens diese eine Vorzeigestraße, auf die ihre Einwohner besonders stolz sind. Wo die Geschichte lebendig ist und die Architektur beeindruckend. Wo es sich so schön flanieren, einkaufen und einkehren lässt. Wo man sieht und gesehen wird. Wohin und wo man seine Gäste gerne ausführt. Meistens ist diese Straße länger und breiter und prächtiger als die anderen, und im Zentrum liegt sie sowieso. Aber ist sie deshalb schon eine Prachtstraße? Unter kenntnisreichen Globetrottern herrscht Einigkeit, dass es auf diesem Erdball kaum mehr als hundert städtische Meilen gibt, die diesen Namen wirklich verdienen. In Deutschland nicht mehr als ein halbes Dutzend.

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Maximilianstraße München

Klar, ein Ranking der schönsten Prachtstraßen aufzustellen, ist eigentlich müßig, wollte man strenge Kriterien anlegen. Jeder Vergleich ähnelt dem zwischen Äpfeln und Birnen. Und jeder Superlativ ist immer auch subjektive Herzenssache – so zweifellos auch der Satz des norddeutschen Dichters Detlev von Liliencron (1844 – 1909), die achteinhalb Kilometer lange Elbchaussee im Westen Hamburgs sei „die schönste Straße der Welt“. Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Was der Elbchaussee jedenfalls fehlt, sind Geschäfte – zumindest sichtbare. Geschäfte werden hier nur im Verborgenen abgewickelt. So ist wohl doch der einkaufsfreundliche Jungfernstieg an der Alster die repräsentativere Hamburger Prachtstraße.

Berlin, Ost gegen West

 

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Unter den Linden in Berlin

Blicken wir kurz nach Berlin. Die Stadt rühmt sich zweier Prachtstraßen, des Kurfürstendammes im Westteil und des Boulevards Unter den Linden im Osten. Der Kudamm erlebte seine Blüte in Zeiten des kalten Krieges: als trotziges Aushängeschild westlicher Lebensart, der kommunistischen Umklammerung Paroli bietend. Mittlerweile ist der Glanz etwas verblasst. Dafür hat die bereits in den 20er-Jahren zu internationalem Ansehen gelangte Luxusallee Unter den Linden ihren sozialistischen Dornröschenschlaf nach Wende und Wiedervereinigung im Eiltempo überwunden. Daran mag es wohl liegen, dass ihre Grandezza noch etwas aufschneiderisch daherkommt.

Münchens Antwort auf Düsseldorf

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Königsallee Düsseldorf

Im Westen und im Süden der Republik streiten engagierte Pflastertreter nicht erst seit der Wiedervereinigung, welcher Luxusmeile der erste Platz gebührt. Mit Leidenschaft verfallen ist der Düsseldorfer seiner Königsallee („Kö“), wo schon anno 1811 der französische Eroberer Napoleon Bonaparte entzückt ausgerufen haben soll: „C’est un petit Paris!“

„So ein Schmarrn“, wirft hier der Münchner ein: die Maximilianstraße habe es erstens gar nicht nötig, sich mit Federn eines feindlichen Franzosen zu schmücken, zweitens könne sie mindestens ebensoviele, wenn nicht mehr Mode- und Schmuckläden der Spitzenklasse aufbieten, und hinzu kämen der Reihe nach noch ein Luxushotel mit Weltgeltung, ein Völkerkundemuseum, das Parlament des Freistaates jenseits der kreuzenden Isar, ein international renommiertes Opernhaus, je eine staatliche und städtische Theaterbühne plus ein privat geführtes Varieté.

In der Maximilianstraße beginnt Italien

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Maximilianstraße München

Nicht zu vergessen: von klassizistischen Säulen geschützte Straßencafés, die dank ausgeklügelter Heizungstechnik sogar im Winter geöffnet haben. Angesagte Bars und Restaurants hinter edlen Fassaden, mit nicht minder edlem Innenleben und eleganter, stilsicherer Kundschaft. Dazu die geheimnisvollen, anmutigen, architektonisch reizvollen Hinterhöfe italienischer Art.

In der Maximilianstraße fange Italien an, wird gerne behauptet. Ein Aphorismus, der so falsch nicht ist.

A.O.


Und was meinen die Leser von ONE’s PRIME?

Auch in diesem heißen Sommer zieht die Maximilianstraße wieder Scharen interessierter und begeisterter Besucher aus allen Kontinenten an. Jeden Tag ist das zu beobachten, wie sie sich aufmerksam und wissbegierig umschauen, ihre Kameras zücken, in die luxuriösen Geschäfte entschwinden. Doch wie sehen die Münchner selbst ihre Prachtstraße? Was empfindet zum Beispiel ein Schwabinger, Laimer oder Haidhauser, wenn er sich in diesen in allen Farben und Nuancen schillernden Mikrokosmos begibt? Wie urteilen die Besucher von außerhalb?

ONE’s PRIME lädt Sie zur Diskussion ein. Schreiben Sie uns! Nennen Sie Ihre bevorzugten Ecken und Winkel! Und, selbstverständich, auch das, was Sie stört!

Für die originellste Einsendung revanchieren wir uns mit einer Einladung für zwei Personen in die „Kulisse“, gleich neben den Kammerspielen.

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