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Bayerisch für Oktoberfest-Neulinge

Hendl, Noagerl oder Wiesn-Wuidbisler-Bockfotzn: Wichtige Begriffe für das Oktoberfest und ihre Erklärungen.

Am 20. September 2014 heißt es wieder: O’zapft is! Dann treibt Münchens neuer Oberbürgermeister Dieter Reiter den Zapfhahn ins erste Bierfass und das Oktoberfest in München ist offiziell eröffnet. Zwischen Maß und Steckerlfisch lässt es sich dann ausgezeichnet feiern, zuaprosten (zuprosten) und griabig beinand hocka (gemütlich beisammen sitzen). Um Missverständnisse zwischen den heimischen Bayern und Besuchern aus anderen Gefilden zu vermeiden, haben wir die wichtigsten bayerischen Oktoberfest-Begriffe gesammelt und übersetzt.

 

Das Lexikon zum Oktoberfest

"Das Biafuizl": Bierdeckel. Kellnerinnen nutzen ihn oft, um darauf Striche zu verzeichnen, die angeben, wie viel Bier der Gast bestellt hat. Guter Tipp für Touristen: Niemals das Biafuizl verlieren! Sonst folgen wütende Blicke und lautstarke Schimpftiraden seitens der Kellner.

"Das Deandl": Nicht zu verwechseln mit dem Dirndl, auch wenn das Deandl oftmals in eben solchem steckt. Deandl ist das Mädchen oder die Frau. Gebräuchlicher Satz wäre zum Beispiel: Mei, schaug! So a fesches Deandl! (Hach, guck mal! So ein hübsches Mädchen)

"Das Hendl": gegrilltes Huhn. Übrigens: Auf dem Oktoberfest werden Touristen sofort als solche enttarnt, sobald sie das Hendl mit Messer und Gabel essen. Ein wahrer Bayer vertilgt es lediglich mit Hilfe seiner Finger. Deshalb gibt’s zum Hendl auch immer ein Zitronentuch zum Hände reinigen.

"Die Maß": Der wichtigste Begriff auf dem Münchner Oktoberfest. A Maß ist ein Liter Bier. Dieses Jahr durchbricht der Preis für die Wiesn-Maß erstmals die 10 Euro Schallgrenze. Das, was bei einer Maß übrig bleibt, nennt sich übrigens Noagerl. Der Getränkerest im Glas also, der meist nur noch aus Spucke besteht und aus fremden Maß-Krügen unter keinen Umständen getrunken werden sollte.

"Ozapfa": Ein Bierfass anstechen. Die meisten kennen den Begriff vom Münchner Oberbürgermeister, der nach dem Anstechen des ersten Bierfasses laut ausruft „O’zapft is!“ und das Oktoberfest in München damit offiziell eröffnet. Ob es Dieter Reiter genauso macht, werden wir sehen.

"schbei’m": Muss der Tischnachbar schbei’m, so rät es sich, schnell Abstand zu nehmen. Dann muss er sich nämlich übergeben bzw. spucken. 

"Steckerlfisch": Neben dem Hendl die beliebteste Spezialität auf dem Münchner Oktoberfest – der Fisch am Stiel. 

"zupf di": Wenn ein genervter Bayer zupf di sagt, dann ist dies die bestimmte Aufforderung, dass sein Gegenüber so schnell wie möglich das Weite suchen soll. Alternativ zu zupf di wird auch gerne schleich di verwendet.

"Wiesn-Wuidbisler": nennt man jene Herrschaften, welche das umliegende Wiesn-Areal den öffentlichen Notdurftstätten vorziehen. Dieses ist allerdings mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 Euro bewehrt, deshalb zu unterlassen und führt nicht selten zu einer...

"Wiesn-Wuidbisler-Bockfotzn": nämlich dann, wenn das schändliche Tun zu Handgreiflichkeiten bei sich belästigt fühlenden Passanten führt und sich der öffentlich Urinierende eine rechte "Watschn", sprich Ohrfeige, einfängt.